Keyword-Recherche: So finden Sie die richtigen Suchbegriffe

Keyword-Recherche: So finden Sie die richtigen Suchbegriffe – Digital Targets Blog

Eine gute Keyword-Recherche zeigt Ihnen, mit welchen Begriffen Ihre Kunden wirklich nach Ihren Produkten und Leistungen suchen. Sie finden diese Suchbegriffe, indem Sie die Suchintention verstehen, kostenlose Daten aus Google-Tools auswerten und jedem Keyword genau eine passende Seite zuordnen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen das Vorgehen in 6 Schritten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keyword-Recherche beginnt bei Ihren Kunden und deren Fragen, nicht beim Tool.
  • Die Suchintention entscheidet, welcher Seitentyp zu einem Suchbegriff passt.
  • Google Search Console, Keyword-Planer und Google Trends liefern kostenlose Daten.
  • Jedes Haupt-Keyword bekommt genau eine Zielseite, damit sich Ihre Seiten nicht gegenseitig Konkurrenz machen.
  • Für KI-Suche zählen vollständige Fragen und klare Antworten mehr als einzelne Wörter.

Was ist eine Keyword-Recherche und wozu brauchen Sie sie?

Eine Keyword-Recherche ermittelt die Suchbegriffe, mit denen Ihre Zielgruppe nach Lösungen sucht, und bildet damit die Grundlage für Inhalte, Seitenstruktur und Anzeigen. Ohne sie schreiben Unternehmen oft in ihrer eigenen Fachsprache, während Kunden ganz andere Wörter eintippen. Ein Hersteller spricht vielleicht von „Fassadenelementen“, seine Kunden suchen nach „Hausverkleidung“.

Google empfiehlt in seinem SEO-Startleitfaden ausdrücklich, darüber nachzudenken, welche Wörter Nutzer verwenden könnten, um Ihre Inhalte zu finden. Gleichzeitig betont Google dort, dass seine Systeme Seiten auch ohne exakt gleiche Begriffe einer Suchanfrage zuordnen können. Es geht also nicht darum, ein Wort möglichst oft zu wiederholen, sondern darum, das Thema Ihrer Kunden vollständig abzudecken. Die Grundlagen dazu erklären wir in unserem Ratgeber SEO-Grundlagen.

Welche Suchintentionen sollten Sie unterscheiden?

Welche Seite zu einem Suchbegriff passt, hängt von der Absicht hinter der Suche ab: informieren, eine bestimmte Seite finden, vergleichen oder kaufen. Wer „was ist Keyword-Recherche“ sucht, möchte eine Erklärung. Wer „SEO-Agentur Hamburg“ eingibt, sucht einen Anbieter. Liefern Sie der falschen Absicht die falsche Seite, springen Besucher ab.

  • Informational: Fragen und Ratgeber-Themen, z. B. „wie funktioniert Google Ads“. Passend sind Blogbeiträge und Ratgeber.
  • Navigational: Suche nach einer Marke oder Seite, z. B. „Search Console Login“. Hier zählt vor allem eine klare Markenseite.
  • Kommerziell: Vergleiche und Bewertungen, z. B. „WooCommerce oder Shopify“. Passend sind Vergleichsartikel und Leistungsseiten.
  • Transaktional: Kauf- oder Anfrageabsicht, z. B. „Laufschuhe Damen kaufen“. Passend sind Produkt-, Kategorie- und Landingpages.

Den schnellsten Hinweis auf die Suchintention gibt die Ergebnisseite selbst: Suchen Sie den Begriff bei Google und schauen Sie, welche Seitentypen oben stehen. Zeigt Google fast nur Ratgeber, wird eine reine Verkaufsseite es schwer haben.

Welche kostenlosen Tools eignen sich für die Keyword-Recherche?

Für den Einstieg reichen drei kostenlose Google-Tools: die Search Console für vorhandene Rankings, der Keyword-Planer für Suchvolumen und Google Trends für saisonale Entwicklungen. Kostenpflichtige SEO-Tools liefern zusätzlich Wettbewerbsdaten, sind für den Start aber nicht zwingend nötig.

ToolWas es zeigtZu beachten
Google Search ConsoleSuchanfragen, für die Ihre Seite bereits erscheint, mit Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittlicher PositionNur Daten Ihrer eigenen Webseite
Google Ads Keyword-PlanerDurchschnittliches monatliches Suchvolumen, Keyword-Ideen und GebotsbereicheGerundete Werte, Google-Ads-Konto mit abgeschlossener Einrichtung nötig
Google TrendsRelative Entwicklung des Suchinteresses über Zeit und RegionenKeine absoluten Suchzahlen, sondern Werte von 0 bis 100
Google-Suche selbstAutomatische Vervollständigung, verwandte Suchanfragen, „Ähnliche Fragen“Ergebnisse sind personalisiert und standortabhängig

Laut Google-Hilfe zum Leistungsbericht zeigt die Search Console die vier Messwerte Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position. Beim Keyword-Planer weist Google in der Hilfe zu Prognosen darauf hin, dass die Suchvolumen gerundet sind und auf genau passenden Suchanfragen beruhen. Google Trends wiederum skaliert die Daten laut Trends-FAQ auf einen Bereich von 0 bis 100 und nutzt dafür eine Stichprobe der Suchanfragen.

Wie gehen Sie bei der Keyword-Recherche Schritt für Schritt vor?

Bewährt hat sich ein Ablauf in 6 Schritten: Themen sammeln, erweitern, Intention prüfen, bewerten, gruppieren und Seiten zuordnen. So entsteht aus einer losen Wortliste ein Plan, den Sie direkt umsetzen können.

  1. Themen sammeln: Notieren Sie Ihre Leistungen, Produkte und die Fragen, die Kunden im Vertrieb, am Telefon oder per E-Mail stellen.
  2. Begriffe erweitern: Ergänzen Sie Synonyme, Mehrzahlformen, regionale Zusätze und Fragen aus der Google-Vervollständigung und dem Keyword-Planer.
  3. Suchintention prüfen: Suchen Sie jeden wichtigen Begriff selbst und notieren Sie, welche Seitentypen Google oben zeigt.
  4. Keywords bewerten: Gewichten Sie Suchvolumen, Wettbewerb und vor allem die Nähe zu Ihrem Angebot.
  5. Themen gruppieren: Fassen Sie Begriffe mit gleicher Intention zu Clustern zusammen, etwa alle Varianten rund um „Shop erstellen“.
  6. Seiten zuordnen: Legen Sie für jedes Cluster eine Zielseite fest und halten Sie fest, ob die Seite schon existiert oder neu entstehen muss.

Pflegen Sie das Ergebnis in einer einfachen Tabelle mit den Spalten Keyword, Intention, Suchvolumen, Zielseite und Status. Diese Liste ist später auch die Basis für Ihren Redaktionsplan.

Wie bewerten Sie Suchvolumen und Wettbewerb richtig?

Ein hohes Suchvolumen allein ist kein Erfolgskriterium; entscheidend ist, ob Suchende zu Ihrem Angebot passen und ob Sie realistisch auf die erste Seite kommen. Ein allgemeiner Begriff wie „Schuhe“ wird sehr oft gesucht, bringt einem spezialisierten Händler aber selten Käufer.

Längere Suchbegriffe aus drei oder mehr Wörtern, sogenannte Longtail-Keywords, werden seltener gesucht, sind aber meist konkreter. Wer „wasserdichte Wanderschuhe breite Füße“ sucht, weiß genau, was er will. Für kleine und mittlere Unternehmen sind solche Begriffe oft der schnellere Weg zu Anfragen – mehr dazu in unserem Beitrag SEO für KMU. Den Wettbewerb schätzen Sie ein, indem Sie die Ergebnisseite ansehen: Stehen dort nur große Marktplätze und Marken, ist ein spezifischerer Begriff meist sinnvoller.

Nutzen Sie auch Daten aus bezahlter Suche: Wenn Sie Google Ads schalten, zeigt Ihnen der Suchbegriffsbericht, welche Begriffe tatsächlich zu Anfragen führen. Wie beide Kanäle zusammenspielen, beschreiben wir im Beitrag SEO und SEA kombinieren.

Wie ordnen Sie Keywords den richtigen Seiten zu?

Jedes Haupt-Keyword sollte genau eine Zielseite bekommen, ergänzt um verwandte Begriffe, die dieselbe Frage beantworten. Konkurrieren zwei eigene Seiten um denselben Begriff, weiß Google nicht, welche wichtiger ist, und beide ranken schwächer.

Praxisbeispiel (vereinfacht): Ein Online-Shop für Kaffeezubehör hat drei Blogbeiträge zu „Siebträger reinigen“, „Siebträgermaschine entkalken“ und „Siebträger Pflege Tipps“. Alle drei behandeln im Kern dieselbe Frage. Sinnvoll ist hier, die Inhalte in einem ausführlichen Ratgeber zusammenzuführen, die alten Adressen per 301-Weiterleitung auf die neue Seite umzuleiten und den Ratgeber mit den passenden Kategorieseiten zu verlinken. Statt drei schwacher Seiten entsteht so eine klare Anlaufstelle für das Thema.

Setzen Sie das Haupt-Keyword an die wichtigen Stellen: Seitentitel, Hauptüberschrift, erster Absatz und Meta-Beschreibung. Darüber hinaus schreiben Sie natürlich. Google warnt im SEO-Startleitfaden davor, dieselben Wörter übermäßig zu wiederholen, und stuft Keyword-Stuffing als Verstoß gegen seine Spamrichtlinien ein.

Welche Rolle spielt die Keyword-Recherche für KI-Suche und GEO?

Für KI-Antworten in ChatGPT, Gemini oder den Google KI-Übersichten zählen vollständige Fragen und präzise Antworten stärker als einzelne Schlagwörter. Nutzer formulieren in KI-Assistenten meist ganze Sätze, etwa „Welches Shopsystem eignet sich für einen kleinen Modeshop?“.

Ergänzen Sie Ihre Keyword-Liste deshalb um echte Fragen: aus „Ähnliche Fragen“ bei Google, aus Kundengesprächen und aus Ihrem Support. Beantworten Sie jede Frage auf Ihrer Seite mit einem kurzen, klaren Satz, bevor Sie ins Detail gehen. Genau dieses Format nutzen wir auch in diesem Beitrag. Ob Ihre Seiten so aufgebaut sind, prüfen Sie kostenlos mit unserem GEO Score Check: Sie erhalten einen Score von 0 bis 100 aus 27 Prüfungen und die 3 wichtigsten Verbesserungen. Was sich durch die KI-Übersichten bei Google ändert, lesen Sie in unserem Beitrag KI-Übersichten bei Google. Wie wir Unternehmen für KI-Suchmaschinen sichtbar machen, zeigt unsere Leistung KI-Sichtbarkeit und GEO.

Welche Fehler sollten Sie bei der Keyword-Recherche vermeiden?

Häufige Fehler sind die Jagd nach reinem Suchvolumen, die eigene Fachsprache statt Kundensprache und fehlende Zuordnung von Keywords zu Seiten. Diese Punkte sehen wir in unserer Arbeit seit 2003 im Digital Marketing immer wieder:

  • Nur Begriffe mit hohem Volumen auswählen, die nicht zum Angebot passen.
  • Die Suchintention ignorieren und für Ratgeber-Suchen eine Verkaufsseite optimieren.
  • Mehrere Seiten auf dasselbe Keyword ausrichten.
  • Die Recherche einmal machen und nie wieder prüfen, obwohl sich Suchverhalten und Angebote ändern.
  • Vorhandene Daten aus der Search Console nicht nutzen, obwohl sie zeigen, wofür Ihre Seite schon sichtbar ist.

Planen Sie eine Überprüfung Ihrer Keyword-Liste mindestens einmal im Jahr und zusätzlich bei neuen Produkten, Leistungen oder einem Relaunch ein.

Häufige Fragen

Wie viele Keywords sollte eine Seite haben?

Eine Seite sollte ein klares Haupt-Keyword haben, um das sich der Inhalt dreht. Dazu kommen verwandte Begriffe und Synonyme, die dieselbe Suchintention bedienen, zum Beispiel Mehrzahlformen oder Fragen zum Thema. Eine feste Zahl gibt Google nicht vor. Wichtiger ist, dass die Seite die Frage der Suchenden vollständig beantwortet und kein anderes Ihrer Angebote auf denselben Begriff ausgerichtet ist.

Ist der Google Keyword-Planer kostenlos?

Der Keyword-Planer ist Teil von Google Ads und ohne Zusatzkosten nutzbar. Sie benötigen aber ein Google-Ads-Konto, dessen Einrichtung abgeschlossen ist, was laut Google-Hilfe auch Zahlungsinformationen umfasst. Die angezeigten Suchvolumen sind gerundete Durchschnittswerte. Für eine erste Einschätzung, welche Begriffe häufiger oder seltener gesucht werden, reichen diese Angaben in den meisten Fällen völlig aus.

Was sind Longtail-Keywords?

Longtail-Keywords sind längere, spezifische Suchbegriffe, meist aus drei oder mehr Wörtern, zum Beispiel „Online-Shop mit WooCommerce erstellen lassen“. Sie werden seltener gesucht als allgemeine Begriffe, zeigen aber eine klarere Absicht. Für kleinere Unternehmen sind sie oft leichter zu erreichen, weil weniger große Wettbewerber darauf optimieren. In Summe können viele solcher Begriffe einen großen Teil Ihrer Besucher ausmachen.

Wie oft sollte man eine Keyword-Recherche wiederholen?

Wir empfehlen, die Keyword-Liste mindestens einmal im Jahr zu überprüfen. Zusätzlich lohnt sich ein Blick, wenn Sie neue Produkte oder Leistungen einführen, einen Relaunch planen oder sich das Suchverhalten spürbar ändert, etwa durch neue Begriffe in Ihrer Branche. Die Search Console zeigt Ihnen laufend, für welche neuen Suchanfragen Ihre Seiten erscheinen, und ist damit ein guter Frühindikator.

Brauche ich für die KI-Suche eine eigene Keyword-Recherche?

Eine komplett eigene Recherche ist nicht nötig, aber eine Erweiterung lohnt sich. Ergänzen Sie Ihre bestehende Liste um vollständige Fragen, wie Kunden sie in ChatGPT oder Gemini stellen würden. Beantworten Sie diese Fragen auf Ihren Seiten direkt und klar in einem Satz. So helfen Sie klassischen Suchmaschinen und KI-Systemen gleichermaßen, Ihre Inhalte als passende Antwort zu erkennen.

Keyword-Recherche mit System

Wir erstellen für Sie eine Keyword-Recherche mit klarer Zuordnung zu Ihren Seiten und einem umsetzbaren Plan für Inhalte, Google und KI-Suche. Sprechen Sie uns an.

Dipl.-Ing. Rida Mekaoui

Über den Autor

Dipl.-Ing. Rida Mekaoui arbeitet seit 2003 im Digital Marketing und führt als Gründer und Geschäftsführer Digital Targets in Larnaka, Zypern. Er berät Unternehmen in ganz Europa zu SEO, KI-Sichtbarkeit, Google Ads und E-Commerce.

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