Was ist Remarketing? So holen Sie Besucher zurück

Was ist Remarketing? So holen Sie Besucher zurück – Digital Targets Blog

Die meisten Besucher kaufen beim ersten Besuch nicht. Remarketing sorgt dafür, dass Sie diese Interessenten nicht verlieren, sondern sie später gezielt wieder ansprechen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Remarketing zeigt Werbung gezielt Menschen, die Ihre Webseite oder App bereits besucht haben.
  • Google spricht von Remarketing, viele andere Plattformen von Retargeting. Gemeint ist dasselbe.
  • In der EU brauchen Sie dafür die Einwilligung Ihrer Besucher, zum Beispiel über ein Cookie-Banner mit Consent Mode.
  • Die besten Ergebnisse bringen klar abgegrenzte Zielgruppen, passende Botschaften und eine Begrenzung der Kontakthäufigkeit.

Was ist Remarketing?

Remarketing ist eine Form der Online-Werbung, bei der Sie Anzeigen gezielt an Menschen ausspielen, die bereits mit Ihrem Unternehmen in Kontakt waren. Das können Besucher Ihrer Webseite sein, Nutzer Ihrer App, Abonnenten Ihres Newsletters oder Kunden aus Ihrer Kundenliste.

Weil diese Menschen Ihr Angebot schon kennen, sind sie deutlich kaufbereiter als völlig neue Zielgruppen. Remarketing gehört deshalb zu den wirtschaftlichsten Werbeformen, gerade für Online-Shops und Dienstleister mit längerer Entscheidungsphase.

Wie funktioniert Remarketing technisch?

Ein Tracking-Code auf Ihrer Webseite merkt sich mit Einwilligung des Besuchers, welche Seiten er aufgerufen hat, und fügt ihn einer Zielgruppe hinzu. Diese Zielgruppe nutzen Sie anschließend in Ihrer Werbeplattform, etwa in Google Ads, Microsoft Advertising, Meta oder LinkedIn.

Zusätzlich können Sie eigene Kundendaten wie E-Mail-Adressen verschlüsselt hochladen, um bestehende Kunden gezielt anzusprechen oder von Kampagnen auszuschließen. Weil Browser wie Safari und Firefox Drittanbieter-Cookies einschränken, werden solche eigenen Daten immer wichtiger.

Welche Formen von Remarketing gibt es?

FormSo funktioniert esGeeignet für
Standard-RemarketingBanner und Anzeigen im Display-Netzwerk für frühere BesucherMarkenerinnerung, Dienstleister
Dynamisches RemarketingAnzeigen zeigen genau die Produkte, die sich jemand angesehen hatOnline-Shops
Remarketing für SuchanzeigenHöhere Gebote oder eigene Anzeigen, wenn frühere Besucher erneut suchenWettbewerbsstarke Suchbegriffe
Video-RemarketingAnzeigen auf YouTube für Besucher oder Kanal-ZuschauerProdukte mit Erklärungsbedarf
KundenlistenAnsprache bekannter Kunden über verschlüsselte E-Mail-ListenWiederkäufe, Cross-Selling

Was verlangt der Datenschutz beim Remarketing?

Remarketing ist in der EU nur mit vorheriger, freiwilliger Einwilligung der Besucher erlaubt. Sie brauchen ein Cookie-Banner, das die Zustimmung sauber abfragt und an Google weitergibt, etwa über den Google Consent Mode. Ohne Einwilligung dürfen keine Remarketing-Daten erfasst werden.

In Ihrer Datenschutzerklärung beschreiben Sie, welche Dienste Sie einsetzen. Bei Kundenlisten achten Sie darauf, dass die Kunden der Nutzung für Werbezwecke zugestimmt haben.

Wie setzen Sie Remarketing richtig auf?

  1. Zielgruppen sinnvoll trennen: Wer nur die Startseite gesehen hat, braucht eine andere Ansprache als jemand, der den Warenkorb verlassen hat.
  2. Käufer ausschließen: Wer gerade gekauft hat, sollte nicht weiter dasselbe Produkt sehen.
  3. Laufzeit passend wählen: Für schnell entschiedene Käufe reichen einige Tage, für teure Produkte oder B2B auch mehrere Monate.
  4. Kontakte begrenzen: Zu viele Einblendungen nerven. Begrenzen Sie die Häufigkeit, wo die Plattform es erlaubt.
  5. Botschaft anpassen: Zeigen Sie einen Grund zurückzukommen, etwa Vorteile, Bewertungen oder eine Beratung.
  6. Erfolg messen: Bewerten Sie Remarketing an Verkäufen und Anfragen, nicht an Klicks.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden?

  • Alle Besucher in eine einzige Zielgruppe packen
  • Anzeigen über Monate mit demselben Motiv ausspielen
  • Remarketing ohne gültige Einwilligung aktivieren
  • Die Zielseite vergessen: Wer zurückkommt, muss schnell finden, was er gesucht hat

Häufige Fragen

Ist Remarketing dasselbe wie Retargeting?

Ja. Google verwendet den Begriff Remarketing, die meisten anderen Plattformen sprechen von Retargeting. Gemeint ist in beiden Fällen die erneute Ansprache von Menschen, die bereits mit Ihrem Unternehmen in Kontakt waren. Das kann ein Besuch auf Ihrer Webseite sein, ein angesehenes Video oder ein abgebrochener Kauf im Shop.

Funktioniert Remarketing ohne Cookies?

Teilweise. Mit eigenen Daten wie Kundenlisten und mit Zielgruppen innerhalb der Plattformen, etwa YouTube-Zuschauern, ist Remarketing auch ohne Drittanbieter-Cookies möglich. Die Einwilligung der Nutzer brauchen Sie trotzdem. Bauen Sie deshalb eigene Daten auf, etwa über Newsletter-Anmeldungen und Kundenkonten, damit Sie unabhängiger von Cookies werden.

Wie groß muss eine Remarketing-Liste sein?

Die Plattformen verlangen eine Mindestgröße, bevor eine Liste ausgespielt wird. Die genauen Werte unterscheiden sich je nach Plattform und Netzwerk. Für kleine Webseiten lohnt es sich deshalb, Zielgruppen nicht zu fein aufzuteilen. Verlängern Sie bei Bedarf die Laufzeit der Liste oder fassen Sie ähnliche Seitenbesucher zu einer gemeinsamen Zielgruppe zusammen.

Ist Remarketing aufdringlich?

Es kann aufdringlich wirken, wenn Anzeigen zu oft und zu lange erscheinen. Mit Frequenzbegrenzung, sinnvoller Laufzeit und dem Ausschluss von Käufern bleibt Remarketing hilfreich statt lästig. Abwechslungsreiche Anzeigen mit echtem Mehrwert, etwa einem Ratgeber oder einem passenden Zubehör, werden zudem deutlich besser angenommen als immer dieselbe Werbung.

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Dipl.-Ing. Rida Mekaoui

Über den Autor

Dipl.-Ing. Rida Mekaoui arbeitet seit 2003 im Digital Marketing und führt als Gründer und Geschäftsführer Digital Targets in Larnaka, Zypern. Er berät Unternehmen in ganz Europa zu SEO, KI-Sichtbarkeit, Google Ads und E-Commerce.

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